Häufig gestellte Fragen im Bereich der Kieferorthopädie

„Unser Sohn, 8 Jahre, hat vom Schularzt einen Zettel bekommen, dass wir mit ihm zu einem Kieferorthopäden gehen sollen: Er bräuchte eine Zahnspange. Wir fragen uns aber, ob es schon Sinn macht, nachdem noch nicht alle bleibenden Zähne da sind. Was meinen Sie? Was ist das Beste für unseren Sohn?“

Aus gesundheitlicher Sicht ist es wichtig, dass sich der Kiefer Ihres Sohnes richtig entwickelt: Das heißt, dass Ihr Kind von der Seite betrachtet keinen Rückbiss und auch keinen Vorbiss hat; dass also im Profil der Unterkiefer weder zu weit hinten noch zu weit vorne steht. Von vorne gesehen sollte das Kinn symmetrisch in der Gesichtsmitte sein. Kieferfehlstellungen sind nämlich unbedingt vorzeitig zu behandeln – also auch schon im Volksschulalter. Schiefe Zähne dagegen können, in jedem Alter begradigt werden. Deshalb mein Rat: „Nehmen Sie die Empfehlung des Schularztes ernst und holen Sie sich für alle Fälle die Meinung Ihres Zahnarztes oder Kieferorthopäden ein!“

„Meine Freundin war mit Ihrer 14-jährigen Tochter schon bei zwei Kieferorthopäden. Der erste meinte, dass es schon fast zu spät sei: Man müsse operieren und dann eine festsitzende Zahnspange machen. Der andere meinte, man könnte noch zuwarten und in einem Jahr eine festsitzende Spange ohne OP machen. Auf jeden Fall ist sie jetzt komplett verwirrt! Für welchen soll sie sich entscheiden?“

Gerade über den idealen Zeitpunkt des Behandlungsbeginns gibt es verschiedene Standpunkte: Doch gibt es meiner Meinung nach für jeden Patienten, abhängig von individueller Zahnstellung, Entwicklung und Lebensumständen, einen günstigen Zeitpunkt, wann mit der Behandlung begonnen werden sollte. Als Patient würde ich mir überlegen, welcher Arzt sich Zeit für eine ordentliche Diagnose genommen hat (in diesem Alter kann es dafür einen Abdruck oder Röntgenbilder brauchen) und mir dann für mich verständlich erklärt hat, warum nur die eine oder andere Behandlung in Frage kommt. Und wenn ich mir dann noch nicht sicher bin, würde ich noch einmal anrufen – und fragen, ob er mir in einem unverbindlichen Gespräch noch einmal die offenen Fragen beantworten kann.

„Unserer 9-jährigen Tochter stehen die vorderen mittleren zwei Zähne seitlich weg; die Zähne rechts und links davon sind schon lange ausgefallen und noch immer nicht da. Mein Mann und ich wollen da unbedingt etwas machen lassen. Wir glauben, dass eine Zahnspange sicherlich ein Thema ist. Deshalb haben wir uns gefragt, ob wir nicht gleich zu einem Kieferorthopäden gehen können. Was meinen Sie brauchen wir dafür irgendeine Überweisung?“

Es ist in jedem Fall richtig, bald einmal ganz unverbindlich abklären zu lassen, ob alle bleibenden Zähne angelegt sind und ob Ihre Tochter aus zahnmedizinischer Sicht eine Zahnspange braucht. Gleichzeitig kann man sich dann auch ansehen, ob die vorderen Zähne Gefahr laufen, abzubrechen. Die Frakturgefahr ist bei einzeln stehenden Zähnen einfach viel höher, als wenn sie schon im Zahnbogen stehen – und so geschützter sind. Für einen Termin bei einem Kieferorthopäden benötigen Sie aber keinen Überweisungsschein.

„Meine Tochter hat etwas schiefe Zähne. In der Klasse wird sie deshalb sogar gehänselt. Ich finde aber, dass gerade Zähne nur ein Trend aus Hollywood sind. Was meinen Sie?“

Zahnfehlstellungen sind nicht nur „Schönheitsfehler“, über die man mit viel Liebe hinwegsehen kann. Sie können ernsthafte gesundheitliche Probleme, wie z.B. Schädigung des Zahnhalteapparates, langfristige Kiefergelenksprobleme und höheres Kariesrisiko, nach sich ziehen. Deshalb sollten Sie rechtzeitig abklären lassen, ob eine Zahnregulierung notwendig ist.

„Mein Sohn ist 15 Jahre und bräuchte eine Zahnspange. Vor 5 Jahren waren wir bei einem Kieferorthopäden. Leider wollte er sich damals nicht behandeln lassen. Nun will er aber selber gerade Zähne, weil er dann einfach sportlicher aussieht, meint er. Meine Frage: Ist es schon zu spät?“

Es kommt häufig vor, dass gerade Buben in jungem Alter keine fest sitzende Zahnspange (Brackets) wollen und später erkennen, dass gerade und gesunde Zähne schon erstrebenswert sind. Heute können wir aber fast in jedem Alter Zahnfehlstellungen korrigieren! Zudem haben wir inzwischen einige neue (für den Patienten wesentlich angenehmere) Möglichkeiten, Zahnfehlstellungen zu korrigieren: transparente Brackets oder dünne, abnehmbare Schienen aus durchsichtigem Material u.Ä.m.


So ist inzwischen der Regelfall, dass man die Behandlungsvarianten mit den Lebensgewohnheiten und Wünschen des Patienten abstimmt. Und das Alter spielt, wie gesagt, auch fast keine Rolle mehr!

„Mein Sohn weigert sich, eine Zahnspange machen zu lassen. Er findet, dass er nicht cool genug aussieht. Von unserem Zahnarzt wissen wir aber, eine Spange unbedingt notwendig wäre. Wie kann man ihn überzeugen?“

Kinder haben andere Prioritäten als wir Erwachsene. Und beiden gilt es gerecht zu werden: wohl der gesundheitlichen Notwendigkeit einer Zahnregulierung als auch den Wünschen des Kindes. Mit den neuen Materialien, den trendigen Farben und individuell kombinierten Behandlungsmethoden ist dies heute auch möglich. Wenn das Kind darüber hinaus noch gute Erfahrungen macht, dass der Kieferorthopäde seine Vorbehalte ernst nimmt und gemeinsam mit ihm eine tragbare Lösung findet, löst sich meiner Erfahrung nach der anfängliche Wiederstand fast immer von selbst auf.

„Unsere Tochter, 11 Jahre, braucht eine festsitzende Zahnspange. Eine Freundin hat mir aber ein wenig Angst gemacht. Sie hat etwas von zurückgebliebenen weißen Flecken auf den Zähnen bei einer anderen Bekannten erzählt. Deshalb meine Frage: Machen Brackets Zähne kaputt?“

Ein dreifaches Nein! Brackets sind dazu da, Zähne in die richtige Position zu bringen und damit langfristig gesund zu erhalten. Ihre Freundin spricht wahrscheinlich von Demineralisierungsescheinungen. Das sind weiße Flecken, die kommen, weil um das Bracket nicht geputzt wurde. Heute verwenden viele Kieferorthopäden großflächige fluoridhaltige Kleber, um das Bracket auf dem Zahn anzubringen. So kann unter dem Bracket nichts passieren. Zum anderen wird laufend kontrolliert, ob Zähne ordentlich geputzt werden, damit es eben zu keinen Schäden kommt. Ist die Mundhygiene des Patienten sehr schlecht, macht man sowieso keine Regulierung. Zuvor wird der Patient für ein professionelles Training für die Zahnpflege an den Zahnarzt überwiesen.

„Unser Sohn, heute 15 Jahre, wollte noch bis vor einem Jahr auf keinen Fall eine Zahnspange. Weil keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme zu befürchten waren, haben wir nachgegeben. Heute aber, mit einem Mal, stören seine schiefen Zähne doch sehr. Sie sind ihm „peinlich“, sagt er. Wir empfinden das als übertrieben, möchten aber doch fragen: Kann man da noch etwas machen, oder ist es zu spät?“

Es ist nie zu spät für eine Zahnregulierung! Und dass ihr Sohn heute ganz plötzlich den dringenden den Wunsch nach schönen Zähnen verspürt, ist auch ganz normal. Es hängt mit den Lebensphasen zusammen: In der Pubertät wird das Äußere einfach wichtiger. Dazu kommt noch, dass heutzutage auch unsere Gesellschaft viel mehr Wert auf schöne, gerade Zähne legt als früher. In der Tat kommen immer mehr Jugendliche aus eigenem Antrieb zu uns in die Praxis. Wir erleben auch immer öfter, wie heute die Zahnregulierung das gesamte Selbstbewusstsein stärkt.

DDr. Scheiderbauer in Innsbruck beantwortet ihre frage

Online Kontaktieren